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Wurmbefall bei Fohlen

Zur Gesundheitsprophylaxe bei der Stute und bei dem Fohlen gehören neben regelmäßiger Bewegungsmöglichkeit und optimalen Haltungsbedingungen auch geeignete, regelmäßige Entwurmungen und Impfungen. Da Fohlen die ersten vier Lebensmonate durch Antikörper, die sie durch die Muttermilch aufnehmen, gegen Infektionen geschützt sind, ist die eigentliche Impfung erst im Herbst fällig. Die Entwurmung der Fohlen sollte zeitlich eher begonnen werden und somit in diesem Artikel vorranig besprochen werden.

Zunächst einige kurze Informationen zu den wichtigsten Parasiten von Stute und Fohlen und den Krankheitssymptomen, die sie verursachen können:

Zwergfadenwurm: Das Saugfohlen infiziert sich vor allem durch Muttermilch, mit der es Wurmlarven aufnimmt. Diese Larven gelangen direkt in den Dünndarm, entwickeln sich dort zu geschlechtsreifen Würmern und produzieren Eier. Saugfohlen stecken sich ab dem 1. Lebenstag mit dem Zwergfadenwurm an. Die Krankheitszeichen hängen sehr stark von der Befallsstärke ab und äußern sich ab der zweiten Lebenswoche mit Durchfall, der bei starkem Wurmbefall mit weiteren Symptomen wie Abgeschlagenheit, Austrocknung und Bauchschmerzen einhergehen kann.

Spulwurm: Der im Dünndarm der Fohlen parasitierende Spulwurm ist weit verbreitet und ein ernstes Gesundheitsproblem. Die Fohlen nehmen die infektiösen Spulwurmeier auf der Weide oder im Stall auf, im Dünndarm schlüpfen dann die Larven, die sich in die Darmwand bohren, in die Leber eindringen und später in die Lungen gelangen. Nach zwei bis drei Wochen kehren sie in den Darm zurück, entwickeln sich zu geschlechtsreifen Würmern, die wiederum sehr widerstandsfähige Eier produzieren. Der Spulwurmbefall ist eine typische Erkrankung der Fohlen und äußert sich in Abgeschlagenheit, Fressunlust, schlechtem Wachstum, glanzlosem Haarkleid; Durchfall und Kolik können auftreten, Todesfälle sind möglich.

Palisadenwürmer: Bei diesen Würmern handelt es sich um Dickdarmparasiten, die Pferde in jedem Alter befallen können, wobei die Ansteckung hauptsächlich auf der Weide stattfindet. Die großen Palisadenwürmer werden auch „Blutwürmer“ genannt, da sie sich in den Blutgefäßen fortbewegen, die Gefäßwände schädigen und Koliksymptome auslösen können. Krankheitszeichen eines Befalls mit den häufigsten Würmern sind vor allem Abmagerung, Durchfall und Kolik, Todesfälle sind möglich.

Magendassel: Im Sommer legen die weiblichen Fliegen der Gasterophilus-Fliege Eier in den Haaren der Pferde ab. Aus diesen Eiern schlüpfen beim Beknabbern die Erstlarven, sie bohren sich in die Schleimhaut der Zunge und der Maulhöhle ein, wandern in Richtung Rachen und weiter in den Magen, wo sie sich festsetzen. Erst im nächsten Frühjahr werden sie mit dem Kot ausgeschieden. Die Krankheitssymptome entstehen durch die wandernden Larven infolge der Kau- und Schluckbeschwerden und die festsitzenden Larven im Magen infolge Kolik

Bandwürmer: Pferde infizieren sich auf der Weide, indem sie mit dem Gras infizierte Moosmilben aufnehmen, die den Zwischenwirt des Bandwurms darstellen. Bandwürmer heften sich im Darm fest und verursachen eine starke Entzündung.

Um all diesen durch Parasiten hervorgerufenen Krankheiten entgegenzusteuern sind vorrangig gute Hygienemaßnahmen im Stall wie tägliches Ausmisten, Vermeidung von Bodenfütterung, Trockenhalten von Wänden und Weiteres zu beachten. Zusätzlich sollten alle Pferde 2-4 Mal pro Jahr (je nach Ansteckungsgefahr) entwurmt werden.

Im Herbst (Nov./Dez.) sollten tragende Stuten, wie auch alle anderen Pferde, gegen Magendasseln behandelt und entwurmt werden. Um das neugeborene Fohlen vor Zwergfadenwurbefall zu schützen, sollten Stuten im geburtsnahmen Zeitraum, am Besten am 3. Tag nach dem Abfohlen entwurmt werden. In den Fällen, in denen die Mutterstute nicht wirksam entwurmt wurde und das Fohlen somit keinen Schutz über die Muttermilch aufnehmen kann, kann das Saugfohlen an Zwerfgfadenwurmbefall erkranken (Durchfall in der 2. Lebenswoche), der jedoch mit allen Wurmpasten behandelbar ist.

Beginnend in der 8. Lebenswoche sind Fohlen im 8-Wochen-Rhytmus vor allem gegen Spulwurmbefall zu entwurmen. Bei der Entwurmung im Sommer werden neben dem gefährlichen Spulwurm auch Weideparasiten erfasst, bei der Entwurmung im November die Magendasseln. Da ein Wurmbefall in er Regel erst dann sicher diagnostiziert werden kann, wennn die von den geschlechtsreifen Parasiten produzierten Eier ausgeschieden werden und in der Kotprobe nachweisbar sind, jedoch die wirklichen Schäden in den vorangegangenen Entwicklungsphasen im Körper der Pferde durch die Larven entstehen, sollte eine regelmäßige Entwurmung immer durchgeführt werden und somit ein Teil der Gesundheitsprophylaxe abgedeckt werden.

Autorin: Tierärztin Dr. Kathrin Höner

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