Nachgeburtsverhaltung der Stute

Ein schöner Moment - Sie kommen auf die Weide und sehen - Ihre Stute hat gefohlt, stellen aber sofort fest, dass die Nachgeburt noch nicht vollständig abgelöst ist.

Da die Eihäute normalerweise 30 Minuten bis zwei Stunden nach der Geburt von der Stute abgestoßen werden, ist es zunächst einmal wichtig, den Zeitpunkt der Fohlengeburt zu schätzen.

Liegt das Fohlen noch naß und blutig im Gras oder steht in diesem Zustand neben der Stute, ist die Geburt gerade erfolgt und sie beobachten genau, ob die Eihäute sich innerhalb der nächsten zwei Stunden lösen.

Springt das neue Fohlen jedoch schon trocken und “plüschig” um die Mutterstute herum und die Nachgeburt ist noch nicht abgegangen, wird es höchste Zeit, den Tierarzt zu benachrichtigen.

Tierärztin Wiebke Niehaus informiert über Risiko und Behandlung dieser nachgeburtlichen Komplikation:

Die Mutterstute wird zunächst an einen Tropf mit einer Oxytocin-Kochsalzlösung gehängt, die die Wehentätigkeit wieder anregt und das Ablösen der Eihäute erleichtert. Häufig kann der Tierarzt ca. 20 Minuten nach der Tropfbehandlung die Eihäute vorsichtig abziehen. Sitzt die Nachgeburt schon lange fest, muß der Tierarzt in die Gebärmutter greifen und die Häute vorsichtig ablösen.

Infolge der Nachgeburtsverhaltung kommt es bei der Stute immer zu einer behandlungsbedürftigen Gebärmutterentzündung. Unbehandelt wird die Stute bestenfalls zuchtuntauglich, schlimmstenfalls erkrankt sie aber lebensgefährlich an Blutvergiftung durch die unbehandelte Entzündung.

Dieses Risiko und auch die Gefahr einer Geburtsrehe kann man aber durch eine sorgfältige antibiotische antiseptische Behandlung der Gebärmutter weitgehend eindämmen. Die sofortige, sorgfältige tierärztliche Behandlung stellt auch sicher, daß das Fohlen von seiner Mutter in ausreichendem Maße mit Milch versorgt werden kann. Eine kranke Stute ist hierzu nicht in der Lage.

Autoren: Tierarztpraxis Dr. Kleine-Büning


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