Druse ist eine besonders ansteckende Schleimhautentzündung der oberen Atemwege, die durch eine Bestimmte Bakterienart (Streptokokkus Equii), die nur beim Pferd und Esel diese krankmachende Eigenschaft besitzt, hervorgerufen wird. Fohlen und geschwächte Pferde werden besonders befallen.
Krankheitsverlauf Die Druse beginnt mit hohem Fieber. Nach einigen Tagen stellen sich eine schmerzhafte Schwellung der Kehlgangslympfknoten und Husten ein. Innerhalb von acht Tagen nimmt die Schwellung zu, bis der vereiterte Lymphknoten nach aussen durchbricht. Der Eiter ist dick, gelb, rahmartig und geruchlos. Wenn der Luftsacklymphknoten vereitert, fliesst der Eiter zunächst in den Luftsack, aus dem er sich beim Senken des Kopfes schubweise als Nasenausfluss entleert. Bei dieser Vereiterung kann der an den Kehlkopf ziehende Nerv beschädigt werden.Kehlkopfpfeifen als Folge der Lähmung bleibt danach zurück.
Infektion Eine Verstreuung der Keime im Körper verursacht die Vereiterung weiterer Lymphknoten. Lebensgefährlich wird die Vereiterung von den Lymphknoten der Brust- oder Bauchhöhle. Über die Atmung und Verdauung wird die Druse weitergegeben. Der Nasenausfluss eines erkrankten Tieres oder Spritztröpfchen bei den Hustenstössen verunreinigen die Boxen, das Tränkwasser und die Einstreu. Bereits genesene Pferde bleiben noch einige Zeit infektionstüchtig. Saugende, an Druse erkrankte Fohlen können die Krankheit auf das Euter der Stute übertragen.
Durch den Deckakt können Stuten von einem Deckhengst angesteckt werden. Diese Druseerreger sind sehr widerstandsfähig gegen äussere Einflüsse. In eingetrocknetem Zustand bleiben sie lange ansteckungsfähig. Auch scheinbar gesunde Pferde können den Druseerreger beherbergen und ausscheiden.
Inkubationszeit und Behandlung Verschiedene Umstände wie feuchter Stall, Überanstrengung, Erkältung beschleunigen den Ausbruch der Krankheit, der etwa 4 - 8 Tage beträgt.
Schutzimpfungen können nicht immer das Auftreten der Krankheit verhindern. Nach überstandener Krankheit besteht eine mehrere Jahre anhaltende natürliche Widerstandskraft. In Beständen mit vielen jungen Pferden breitet sich die Druse daher rasch aus, während sie in Ställen mit älteren Pferden meist auf einzelne beschränkt bleibt. Beim ersten Verdacht auf Druse müssen erkrankte Pferde sofort isoliert werden. Mit der Behandlung sollte die Vereiterung der Lymphknoten möglichst rasch entleert werden. Antibiotika führt nicht in allen Fällen zum Erfolg, sondern verschleppt oder verzögert den Verlauf.
Eine ständige Stalldesinfektion muss deshalb durchgeführt werden, sowie an die Übertragungsmöglichkeit durch die Pferdepfleger muss gedacht werden.
Quelle: Paddock 2/96
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